Einleitung– Der Mann ohne Stimme
Montag 23.08.10, Ich, euer Bonkos, steht in der Uni Würzburg und werde um 9.45Uhr von der Sekretärin meines Professors mit der Frage konfrontiert: „Wo hast du denn deine Stimme gelassen? Was hast du denn am Wochenende getrieben?“ Noch müde von der morgendlichen Autofahrt und dem Wochenende bringe ich krächzend hervor, ohne lange ausholen zu wollen: „War am Wochenende in Koblenz/Vallendar, da hat ‘ne coole Band aus Würzburg gespielt. Musste ich laut mitsingen!“ Als Antwort bekam ich: „Du fährst von Würzburg nach Koblenz, um eine Band aus Würzburg zu hören und deine Stimme dazulassen?“… „Genaugenommen über Fulda“ sagte ich mit einem Grinsen im Gesicht und holte dann doch aus, um alles zu erzählen…
1. Kapitel – Wie alles begann
Der Teilnehmerbeitrag war überwiesen, die Koffer gepackt, seit Langem ließ sich sogar die Sonne wieder blicken. Freitag der 20. August und um exakt 15.05Uhr wurde in Ufhausen verladen. Julia war dran mit Taxispielen und nach weiteren Halten in Hünfeld, Rückers und Bernhards erreichten wir die Marienhöhe in Dietershausen. 16.05Uhr – nach den Regeln der deutschen Bahn verfrühte Abfahrt mit leckerer Kiste Hütt im Gepäck und einigen SMäJu-Mitgliederinnen. Eine entspannte Busfahrt mit ausreichenden Möglichkeiten zum „Downloaden“ lag vor uns. In Rekord verdächtigen 4,5h legten wir die Strecke Fulda-Schönstatt zurück. Mit der Bahn hätte das locker doppelt so lange gedauert, den stressigen Fahrkartenkauf am nervigen Automaten nicht mit eingerechnet. Wir nahmen die neue Abfahrt Autobahnkreuz Schönstatt und das Abenteuer begann. An.kommen und Ein.checken. Hierbei wurde dankenswerter Weise auf das fortgeschrittene Alter unserer Fuldaer Gruppe Rücksicht genommen und wir kamen alle in Sonnenau und Marienschule unter. Einige junge Hüpfer suchten den Nervenkitzel und wollten das Jugendzentrum nicht missen, buchten um und verpassten prompt das Abendessen. Schnell noch einen Dienst rausgesucht – Mülleimer entleeren, naja gibt Schlimmeres. Ein voller Griff ins Klo gelang bei der Dienstvergabe dem selbsternannten Diözesanführer von Kassel (Bertie Lumumba) nebst seinem Kollegen Alex Dücker. Einzelheiten bleiben euch erspart, nur so viel: Es war wirklich ein beschissener Job.
2. Kapitel – Der Bach ist nass, der Bach ist lang, denk an den Toilettengang
Langsam gewinnt die Mannesjugend die Oberhand bei der Gestaltung der NdH. Auftakt im Festzelt. Gerüchten zufolge soll nächstes Jahr wohl auch komplett in Zelten geschlafen werden. Das Zelt war jedenfalls eine gute Alternative zu den überfüllten Gemäuern der Vorjahre und dank der glücklichen Lage, vergaß auch niemand die Toilette aufzusuchen. Besonders gelungen war auch der Einstieg ins Thema „Du aber wähle die Zukunft“. Nach einer 0-Nummer des Kernteams, frei nach Annet Louisan, bekam man durch menschengroße Sandwichs Hunger auf mehr. Dabei wurde meine Subway-phobie endlich plastisch dargestellt. Ich blicke da einfach nicht durch,…ok es dauert mir auch zu lang bis mein Essen dann am Tisch steht, aber eines ist mir seither bewusst: Der Subway-Mensch isst selber keine Subs. Probiert es aus, sagt beim nächsten Mal einfach: „Machen sie es einfach so, wie Sie es auch gerne essen“. Manchmal hat man wirklich die Qual der Wahl, da gibt es nicht nur Kaffee in tall, grande und venti sondern auch Lieder die high, higher, highest gehen. Wo wir gerade bei Musik sind: Die durfte ja nicht fehlen. Sie waren nicht nur auf der NdH der absolute Oberknaller, man munkelt, dass sie nächstes Jahr beim Eurovision Songcontest für den Vatikan antreten: 1 + 1 = 11 . Bezahlt man sonst Schwarzmarktpreise von bis zu 200€ für eine Stehplatzkarte auf ihren Konzerten, so hatte man auf der NdH die Chance die Stars, die man sonst nur aus renommierten Medien wie FAZ, NightoftheShrine oder N24 kennt, einmal live zu erleben und auch anzufassen. Kleiner Kritikpunkt: Es gab leider keine Autogrammstunde, die Band verschwand nach zwei Zugaben im Backstagebereich. Kurzum: Das Konzert war der Hit und die Stimmung kochte zu Atzenmusik, Nightwish und Lady Caro. Anschließend lockte das Schwabenzelt die Partymeute mit Bier zum Selbstkostenpreis und anderen Kleckereien. Davor saß man gemütlich am Lagerfeuer oder stattete dem mobilen Heiligtum einen kurzen Besuch ab. Cocktailfreunde kamen im Pilgerzentrum voll auf ihre Kosten und wer es lieber ruhiger und herzhafter mochte, der kehrte in der Cafe Jurte ein.
23.55 Uhr formierten wir Fuldaer uns zum Singen des Bonifatius-Liedes. Der verfrühte Start war nötig geworden, da es dem wohl längsten Geburtstagsständchens Schönstatts voranging. Nach einer dreiviertel Stunde des klangvollendeten Gesangs aus unseren trockenen Kehlen gabs noch eine leckere Geburtstagstorte und unser Geburtstagskind Tobias (Dözi) durfte sich feiern lassen. Man wärmte sich am Feuer, trank noch das ein oder andere Bier mit dem ein oder anderen bekannten Gesicht und ließ den ersten Tag ausklingen.
Achtung Rekordversuch: Alexander Dücker wollte noch in dieser Nacht die Medaille für die coolste „Schlafaktion“ an sich reißen und dem Titelverteidiger Marius Heurich abluchsen. Alexander Dücker schaffte es als einziger von 70 (nicht schnarchenden) Hallenschläfern innerhalb von 3,5 Sekunden einzuschlafen und zu schnarchen. Leider reichte diese Zeit nicht aus, um den Titel, der für die Schlafwandler-Suche nach dem „zweiten Schlafplatz“ vergeben wurde, zu erobern.
3. Kapitel – Kleiner Schreck in the morning time, is better als ne Tasse Haferschleim
Lieber Leser, verzeih es mir bitte aber… WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHH!!!!!!!!! War das Wasser kalt. Bei einigen soll es aus dem Duschkopf gehagelt haben… Das Frühstück konnte hingegen Punkten. Hier gab es alles was das Herz begehrt: Milch, Nutella, Wurschteplatte! Danach gab es überall Gottesdienstangebote, die dankbar angenommen wurden. Ich nutzte die Zeit zwischen Gottesdienst und Motto-Talk, um diesen blauen Planeten mit Hilfe von blauen Müllbeuteln zu retten. Im Festzelt angelangt, legte 1+1=11 schon wieder richtig los und gab dann die Bühne frei für Thorsten Hartung. Den meisten Fuldaern bereits vom FdG (www.festdesglaubens.de) bekannt, verzichte ich an dieser Stelle darauf weiter ins Detail zu gehen (siehe Bericht FdG 2009). Eines aber sei verraten: Es herrschte die gleiche Stecknadelfallenlassen Atmosphäre wie beim Fest des Glaubens in Fulda. Wirklich beeindruckend wie Thorsten Hartung von seinem Wandel und Lebensweg erzählte. Anschließend gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen, was die Fuldaer SMJ nicht musste, da wir beim Vortrag aufgepasst hatten ;-)
4. Kapitel – Mit leerem Magen kann man schlecht arbeiten
5. Kapitel – Mittagessen
Es gab Nudeln mit Hackfleischsoße mit integriertem Parmesankäse. Unser Fazit: Es war gut und reichlich hätte aber besser und mehr sein können!
An dieser Stelle ein großes Lob an die vielen Köche und helfenden Hände ohne die unsere Mägen wohl leer geblieben wären. Danke!
6. Kapitel – Mexiko, Mexiko, …
Wie ein Zeltlagerkind schon treffend festgestellt hat „so ein Eis geht eigentlich immer…“. Und deshalb sind wir Eis essen gegangen. Wir folgten einfach Julia Büdel, denn sie kannte ja den Weg. Die kleine Eisdiele in Vallendar verzeichnete gigantische Umsätze an diesem heißen Samstag und brachte als Gegenleistung skurrile und obszöne Mexikoeisbecher.
Zurückgekommen hieß es: Nichts wie ab in die Workshops. Ich entschied mich für Fair kaufen, denn die Erde gibt’s nur 1x. Unter der Leitung von dem Lebensmittelexperten Benjamin Brähler erfuhren die Teilnehmer interessante Daten und Fakten zu Fair-Trade Produkten und wie man die Welt verändern kann, wenn man für einen Kaffee 2€ent mehr ausgibt. Fair fand ich es auch, dass man die Produkte probieren durfte. Ich werde jetzt wohl öfter auf Fair-Trade Marken beim Einkauf achten – eine echt gute Sache.
Andere besuchten den Mal-Workshop und genossen die gute Musik dort. Besonders begeistert waren die Teilnehmer von Prof. Söders Workshop, der sich mit der Frage auseinandersetzte, ob man als aufgeklärter Mensch noch an Gott glauben kann und wenn ja: wie?
Das Tanzbein konnte man bei einem Salsa Workshop schwingen – so viele Angebote und sooo wenig Zeit. Nebenbei konnte man rund ums Urheiligtum Sport treiben oder einfach chillen und Leute treffen.
Keine Frage so viel Input und Aktivität macht hungrig. Da kam das längste Buffet Schönstatts gerade recht. Im Rosengarten der Marienau waren jede Menge Fleischplatten aufgebaut. Gemütlich im Gras sitzend, konnte man dann die Frikadellen-, Fleischklöschen- und Schnitzelauswahl verspeisen. Zum Nachtisch gab es widerspenstiges Smarties Eis. Und wieder war es Julia Büdel, die Probleme beim Eis essen hatte, da sich die Smarties einfach nicht aus dem Stiel in Richtung Magen bewegen wollten.
7. Kapitel – Hey du runter von der Bühne
Kleider machen Leute, gestern, morgen und auch heute – so oder so ähnlich lautete das kurze und prägnante Motto des Samstagabends. Eindrucksvoll wurde dem Publikum gezeigt, was man für einen Beruf hätte, wenn man nicht auf der Bühne stünde. Besonders gefiel hierbei der Polizist, der definitiv den coolsten Job hatte, leider hab ich diesen Job bei der Anmeldung nicht finden können,…naja Mülleimer ausleeren war auch ok. Zu Gast waren auch die Comedian Harmonists, die mit einer Teekanne in der Hand demonstrierten, wie man der Schwerkraft trotzen kann. Später gab es ein spontanes Krimistück mit zufällig ausgewählten Leuten aus dem Publikum. Die Schnürsenkelträger verpatzten jedoch den Schluss und der Mörder war nicht der Gärtner sondern der Fleischer…
Besonders gelungen war jedoch das spontane Bühnenstück „Das extrovertierte Schweinefleisch“. Hierbei konnte das Publikum durch das Zurufen von Wörtern die einzelnen Abläufe beeinflussen. Alles war hierbei dem Zufall überlassen und uns Fuldaern ist es unerklärlich, wie das Stück Schweinefleisch auf den Fuldaer Domplatz kam und von Bischof Heinz Josef gefunden werden konnte. Merkwürdig. An dieser Stelle klärt sich aber auch, warum meine Stimme heute weg ist.
Danke für den tollen Abend.
8. Kapitel – Der Geist Schönstatts
Wenn man ihn finden will, dann ist die Bündnisfeier bei der Nacht des Heiligtums sicherlich ein MUSS. Vom Festzelt aus ging es mit Fackeln und hunderten Lichtern über die Straßen Vallendars mit Polizeieskorte zum Urheiligtum. Gerade das Dekoteam hat hier ein kleines Wunder vollbracht. Bei einer atemberaubenden Atmosphäre traten knapp 600 Menschen aus Nah und Fern vor Gott und weihten sich der Gottesmutter. Umrahmt von Gänsehautmusik und tiefgehenden Texten. Der Höhepunkt der Nacht des Heiligtums war gekommen: Der Gang ins Urheiligtum. Hier durfte man sich von Marias wohltuendem Blick treffen lassen und die eigenen Anliegen, die man zuvor auf einen Brief geschrieben hatte, vor Gott bringen.
Als Andenken gab es diesmal einen Scheckkartenkalender (leider ohne SMJ-Fulda-Scheckkartenhülle), der die Tage bis zur nächsten Nacht des Heiligtums abbildete.
9. Kapitel – Wäre Gesanges voll unser Mund
Nichts wie ab auf die Feiermeile. Tanzen, Cocktails, Kaffee, Waffeln, und nicht zu vergessen im Schwabenzelt Bier fast für umsonst (die müssen draufgelegt haben! Anders kann ich mir die günstigen Schleuderpreise einfach nicht erklären). Als kleine findige Überraschung des verschwenderischen Völkchens im Südwesten unserer Republik, verkauften diese das kostenlose Abendessen.
Wir hatten inzwischen unseren Platz am Lagerfeuer gefunden und unterhielten alle Anwesenden mit tollen Liedern aus unserer Heimat und unserem neuen Matsch, Matsch, Matsch –Song. Es wurde gefeiert, getanzt, gefachsimpelt über Zeltlager und FeWo’s. Gegen 2.30 Uhr versiegte das Weizenbier im Schwabenzelt und kurz darauf um 4.00 Uhr war Ausschankschluss – ok, nur für Nicht-Schwaben. So konnten die letzten Kämpfer am Lagerfeuer gegen 5.30Uhr nochmals die Musik aufflackern hören, sowie lautes Gläserklirren und „Prost!“ Rufe aus dem Zelt.
Trotzdem der Abend war spitze und als ich um 6 Uhr ins Bett gefallen bin, wusste ich, warum das Duschwasser angenehm kühl gehalten wurde.
Respekt an dieser Stelle an den Hallentürsteher, der die ganze Nacht über wach war und ohne Hilfsmittel (Zahnstocher, Bier, usw.) durchgehalten hat und dabei müde Krieger, die zum Schlafen gingen, freundlich begrüßte.
10. Kapitel – Und ein neuer Morgen…
Die Nacht war kurz und die kalte Dusche absolut notwendig. Kampf dem Mock! Das Frühstuck war wieder ausgezeichnet und ab gings in das gefüllte Festzelt. Die Band beschallte die Meute mit dem genialen Mottolied „Du aber wähle die Zukunft“. Wie jedes Jahr ein Chart verdächtiger Hit. Danke an dieser Stelle an die Texter und Musiker! Der Programmpunkt Auf.Brechen wurde –Gott sei Dank- nicht wörtlich genommen und bezog sich auf den Sendungsgottesdienst. Dieser war nicht nur inhaltlich klasse, sondern auch gespickt von vielen tollen neuen Liedern.
11. Kapitel – Sprachlos
So viele offene Münder (ok und kopfschüttelnde Menschen) habe ich noch nie gesehen. Mit „Matsch, Matsch, Matsch, Matsch“ zogen wir zum Mittagstisch und gleichzeitig viele Blicke auf uns. Wenn wir schon nicht berühmt werden, so wollen wir doch wenigstens berüchtigt sein.
Essen fassen. Verabschieden. Winken. Tränen wegwischen. Letzte T-Shirt Bestellung aufnehmen (übrigens www.smj-fulda.org/shop).
Ab gings Richtung Heimat. Busfahrer Peter brachte uns sicher zurück auf die Marienhöhe. Die Schwestern freuten sich über die Heimkehrer und fragten uns kräftig aus – mich nicht, ich konnte ja nicht antworten, ohne Stimme. Zuhause angekommen – schade! Es hätte ruhig noch ewig so weiter gehen können…
Aber bald schon ist ja unser großes Bistumsjugendfest (Fest des Glaubens, 11.09.2010). Wir erwarten den Eurovision Songcontest Gewinner 2011 und DICH!
Eines steht aber fest: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei! Was wäre die Nacht des Heiligtums nur ohne Fuuuuuuuuuuuuulda?
12. Kapitel – Längst nicht so schön!
Abschließend – DANK
Danke an alle, die die NdH zu dem gemacht haben, was sie letztlich war.
Danke an die Schönstattfamilien Fulda, die den Bus zur Verfügung gestellt haben.
Danke an alle, die mitorganisiert haben.
Danke an das Kernteam.
Danke an alle, die ein Jesus-Shirt bestellt haben.
Danke an alle, die uns günstiges Bier ausgeschenkt haben.
Danke an alle Schwestern, die uns so gastfreundlich aufgenommen haben.
Danke an alle Teilnehmer, mit euch hats echt Spaß gemacht.
Danke an Petrus, für das tolle Wetter.
Danke an den OBI-Baumarkt, für die tollen Plastikunterlegscheiben in meinem Geldbeutel.
Danke an das Bafög-Amt, das mir diese tolle Fahrt erst ermöglicht hat.
Danke an alle Spender, die dazu beigetragen haben, dass ich warmes und leckeres Essen hatte.
Danke an Dominic Mühr und Valentin Schönig für den Matsch, Matsch –Song.
Danke an die SMäJu Fulda, die uns die Pinkelpausen verziehen und uns ertragen hat.
Danke an alle, die ich vergessen haben sollte.
Danke an Gott und die Gottesmutter für das tolle Wochenende.
Danke Dir lieber Leser fürs Durchhaltevermögen.
Bis zum nächsten Mal
Euer
Bonkos
PS: Ihr wisst ja, wie ich es meine – so wie ich es schreibe! In diesem Sinne…